Wikinger Museum Haithabu

An den sieben Gebäuden des 1980 eröffneten Wikinger Museums in Haithabu wurden in 2013 umfangreiche Schäden an den tragenden und nicht tragenden Holzbauteilen sowie Korrosionsschäden an der Bleideckung festgestellt.

Planung

Realisierung

LPH 2-8

2015-2021

Bauherr

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen vertreten durch GM.SH AöR

Standort

Busdorf

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Die darauf abgestellten Baumaßnahmen wurden ab 2014 mit dem Ziel geplant, die Bauteile nicht nur instand zu setzen, sondern den konstruktiven Holzschutz zu verbessern und die energetische Qualität den aktuellen Ansprüchen anzugleichen, verbunden mit der Zielsetzung, die Gestaltung außen wie innen unbedingt soweit als möglich zu erhalten.

 

Für die äußeren Wandbekleidungen wurde dabei erneut eine Schalung aus Lärchenholz eingesetzt, die bislang der freien Bewitterung ausgesetzten Leimholzstützen aus Fichte hingegen, wurden mit Eichenholzbohlen bekleidet. Die Dachkonstruktion erhielt eine funktionierende Belüftungsebene und eine neue Bekleidung aus unterseitig verzinnten Bleiplatten. Alle Fenster und Türen wurden nahezu im gleichen Erscheinungsbild ersetzt und mit besonders gegen Einbruch und schädliche UV-Stahlen ausgestatte Verglasung ausgestattet. Lediglich die große verglaste Südfassade der klimatisierten Schiffshalle, erhielt eine geänderte Teilung, um aus dem Gebäudeinnern heraus den ungestörten Blick auf die Häuser und Hafenanlage am alten Standort der ursprünglichen Siedlung Haithabu zu ermöglichen.

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Eine weitere Veränderung im Erscheinungsbild bewirkt der neu angelegte, barrierefreie Zugang zum Kassenbereich, auch hier wurden am Haupteingang zur Ausstellung bereits vorhandene Gestaltungselemente entliehen. Für eine Verbesserung der Belüftung und Beheizung in den anderen vier Ausstellungsgebäuden sorgt eine neue zusätzliche Lüftungsanlage.

Zum Schutz nicht auszulagernder und unwiederbringlicher Exponate wie z.B. das Wikingerboot in der Schiffshalle, das fest eingebaute Mobiliar, Vitrinen und die umfangreichen technischen Einrichtungen, wurden die fünf Ausstellungsgebäude während der Baumaßnahme ganzflächig mit stabilen Wetterschutzdächern überbaut. Die beiden Gebäude in denen Kasse und Cafeteria untergebracht sind, wurden während der Dacharbeiten mit temporär eingesetzten Planen geschützt. 

 

Die 2009 errichtete Glasüberbauung des Vorplatzes wurde zurück gebaut und durch ein sich den Gebäuden unterordnendes Glasdach ersetzt.